Feuchtigkeitsschäden müssen beim Immobilienverkauf offenbart werden

Publiziert am 22. September 2011 von Nancy

Beim Verkauf einer Immobilie müssen Feuchtigkeitsschäden offenbart werden. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz in einer noch recht jungen Entscheidung unterstrichen. Wie die Richter in einem Fall betonten, muss der Verkäufer den potenziellen Käufer auf Schäden dieser Art auch dann hinweisen, wenn er nach einem Mangel dieser Art nicht gefragt wird. Dabei muss eine Offenlegung auch dann erfolgen, wenn der Verkäufer lediglich den Verdacht hat, dass es künftig zum Beispiel infolge einer mangelhaften Dacheindeckung zu entsprechenden Feuchtigkeitsschäden kommen kann. Jedoch muss beim Immobilienerwerb auch berücksichtigt werden, dann an die Auskunftspflichten, die der Verkäufer hat, keine übertriebenen Anforderungen gestellt werden dürfen. Führt ein Makler bei einem Exposé die Erneuerung der Dacheindeckung auf, darf dies vom Käufer nicht automatisch mit einem neuen oder neuwertigen Dach gleichgesetzt werden.

Keine Zusicherung

Sämtliche Angaben, die in einem Maklerexposé vorzufinden sind, stellen nach geltendem Recht keine Zusicherung einer Beschaffenheit da, die dem Verkäufer zugerechnet werden kann. Werden dem Käufer einer Immobilie Mängel verschwiegen, muss der Verkäufer auch damit rechnen, dass dieser zu späterer Zeit sein Recht geltend machen kann. So ist es möglich, dass der Käufer den bestehenden Vertrag anfechtet oder auch von dem Kaufvertrag zurücktritt. Darüber hinaus kann er den Kaufpreis mindern oder von dem Verkäufer der Immobilie Schadenersatz fordern. Die Gerichtsprozesse, die sich eben diesen Situationen anschließen, sind nicht nur sehr zeit- und arbeitsaufwendig, sondern auch sehr kostenintensiv. Damit besteht für den Verkäufer auch das Risiko, dass er über einen längeren Zeitraum hinweg eben nicht über den eigentlich vereinbarten Kaufpreis verfügen kann.

Besonderheiten beim Immobilienkauf

Sowohl die Verkäufer als auch Käufer von Immobilien sollten bei entsprechenden Handlungen auf Besonderheiten eingehen. Der Verkäufer hat gegenüber dem Käufer einer Immobilie immer eine entsprechende Informationspflicht, die auch von ihm erfüllt werden muss. Um juristische Auseinandersetzen zu vermeiden, sollten sich potenzielle Käufer bereits vor dem Vertragsabschluss um die Einholung sämtlicher Informationen zu der Immobilie bemühen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass nicht alle Schäden einer Immobilie bereits auf den ersten Blick sichtbar sind. Gerade nach Feuchtigkeitsschäden, die oberflächlich behoben werden können, sollte stets gezielt gefragt werden. Darüber hinaus muss berücksichtigt werden, dass angegebene Erneuerungen nicht immer mit einem neuwertigen Zustand eines Gegenstands einhergehen müssen. Der Kauf einer Immobilie sollte gut überlegt sein und darf nicht voreilig erfolgen. Hierbei handelt es sich um einen Aspekt, der auf der Käuferseite gern in Vergessenheit gerät. Auch wenn es sich hierbei stets um eine emotional beeinflusste Entscheidung handelt, sind Fakten stets wichtig.

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